
Wir sind die Liberale Jüdische Gemeinde Oldenburg e.V.
Der hebräische Name ist קהילה יהודית ליברלית (Kehila Jehudit Liberalit), gegründet am 13.10.2024 oder 11. Tischrei, 5785
Am 13. Oktober 2024 oder 11. Tischrei, 5785 wurden die Dokumente zur Gründung einer weiteren jüdischen Gemeinde in Oldenburg unterzeichnet – der Liberalen Jüdischen Gemeinde Oldenburg. Am 1. April 2025 oder 3. Nissan, 5785 wurde die Eintragung der Gemeinde durch Beschluss des Amtsgerichts Oldenburg abgeschlossen (Registerblatt VR202806). Damit wird das jüdische Leben in der Stadt noch vielfältiger. Diese Gemeindegründung ist der konsequenten Politik des deutschen Staates zur Unterstützung und zum Aufbau des Judentums auf Bundes-, Landes- und vor allem auf kommunaler Ebene zu verdanken.
So wie es im Christentum verschiedene Konfessionen gibt, existieren auch im Judentum unterschiedliche Strömungen. Die drei größten sind das orthodoxe, das konservative und das liberale Judentum. Betrachtet man das Judentum weltweit, so stellt man schnell fest, dass die Mehrheit der Juden dem liberalen Judentum zuzurechnen ist. Diese Strömung, die sich der Pflege der jüdischen Tradition verschrieben hat, hat unter anderem ihre Wurzeln in Deutschland, wo sie vor dem Holocaust die dominierende Strömung war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg schien das liberale Judentum in Deutschland für immer ausgelöscht zu sein. Erst durch die Zuwanderung zahlreicher Juden aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion seit Anfang der 1990er Jahre haben diese Ideen wieder an Bedeutung gewonnen. Nun ist auch Oldenburg Teil dieser Entwicklung. Es bleibt spannend, wie sich das jüdische Leben in dieser norddeutschen Stadt in Zukunft entwickeln wird.
Unsere Vision: Drei Aspekte der jüdischen Traditionen

Unsere Vision steht im Zentrum der jüdischen Traditionen!
Jüdische Traditionen haben eine tiefe und vielschichtige Bedeutung. Sie umfassen religiöse, kulturelle und ethnische Aspekte des Lebens des jüdischen Volkes. Sie prägen die Identität, bewahren die Kontinuität von Generation zu Generation und verbinden Juden weltweit.
Jüdische Traditionen sind nicht nur Bräuche, sondern eine lebendige Brücke zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, die die Kontinuität der jüdischen Geschichte und des jüdischen spirituellen Weges sichert.
Religiöser
Aspekt

- Gebote und Gesetze – Jüdische Traditionen basieren auf der Tora und der Halacha, die Gebote enthalten, die die Lebensweise der Juden, ihren Glauben, ihre moralischen Prinzipien und ihre Beziehung zu Gott bestimmen.
- Heiligkeit und Spiritualität – Viele Traditionen dienen der Heiligung von Zeit und Raum, sei es durch das Einhalten von Feiertagen, Gebete, das Studium der heiligen Schriften oder die Einhaltung der Kaschrut. Sie helfen dem Menschen, eine spirituelle Verbindung zu Gott aufrechtzuerhalten und geben dem Alltag einen besonderen Sinn.
- Symbol des Bundes – Jüdische Traditionen symbolisieren den ewigen Bund zwischen Gott und dem jüdischen Volk und bringen dessen einzigartige Rolle und Bestimmung zum Ausdruck.
Kultureller
Aspekt

- Familientraditionen – Jüdische Kultur ist eng mit Familienwerten verbunden. Gemeinsame Mahlzeiten, Feste, die Vermittlung jüdischer Weisheit an die Kinder und die Weitergabe nationaler Bräuche stärken die Familie und bewahren die Kontinuität zwischen den Generationen.
- Bräuche und Rituale – Viele Traditionen beinhalten besondere Rituale wie das Anzünden der Schabbatkerzen, das Feiern von Pessach mit dem Seder, das Anzünden der Chanukkalichter und vieles mehr. Diese Rituale tragen dazu bei, die kulturelle Identität zu bewahren und die Verbindung zu den Vorfahren aufrecht zu erhalten.
- Sprache und Kunst – Jüdische Traditionen spiegeln sich in den jüdischen Sprachen (Hebräisch, Jiddisch, Ladino), in Literatur, Musik, Theater und anderen Kunstformen wider, die das reiche kulturelle Erbe des Volkes bewahren und weitergeben.
Ethnischer
Aspekt

- Identität und Einheit – Traditionen helfen Juden in aller Welt, sich als Teil eines einheitlichen Volkes zu fühlen, das durch eine gemeinsame Geschichte, gemeinsame Werte und eine gemeinsame Lebensweise verbunden ist. Unabhängig davon, in welchem Land sie leben, folgen Juden ihren Traditionen, was ein Gefühl der Gemeinschaft und Zugehörigkeit schafft.
- Kulturelles Erbe – Die Pflege der Traditionen trägt dazu bei, die einzigartige jüdische Kultur zu bewahren, Wissen über die Vergangenheit weiterzugeben und das nationale Selbstbewusstsein zu stärken. Sie ist ein wichtiger Teil der ethnischen Identität, die Juden über Generationen hinweg verbindet.
Unsere Aktivitäten und Initiativen
Hamburger Landesrabbinerin Alina Treiger

Dank der Kooperation mit der Liberalen Jüdischen Gemeinde Hamburg (LJGH) ist die Rabbinerin Alina Treiger als Gastrabbinerin der Gemende. Auserdem finden die Treffen dienstags online statt – um 18:30 Uhr auf Russisch und um 19:30 Uhr auf Deutsch. Weitere Informationen sind im Mitgliederbereich des Gemeindekalenders zu finden.
Gesprächkreis für Senioren

Monatliches Treffen im Gesprächskreis – nicht nur für Senioren. Alle Gemeindemitglieder sind herzlich eingeladen. Weitere Informationen sind im Mitgliederbereich des Gemeindekalenders zu finden.
Unsere Publikationen und Medien

Unsere Autoren veröffentlichen unter dem Self-Publishing-Konzept im Namen der Gemeinde ihre langjährigen Erfahrungen zu jüdischen Themen und Traditionen. Unsere Media-Ausgabe, das Informationsblatt „Der Bote“ (auf Jiddisch דער שליח – „Der Shlikh“) wird ehrenamtlich von unseren Gemeindemitgliedern betreut.
Unsere Ziele
Die Liberale Jüdische Gemeinde Oldenburg e.V. verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Die Gemeinde widmet sich der Pflege des jüdischen Kulturgutes durch:
- Ausübung liberaler jüdischer Religiosität,
- Erziehung und Traditionspflege für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
- Integration in das jüdische und gesellschaftliche Leben in Deutschland,
- Förderung der jüdischen Kultur und des kulturellen Austausches,
- Pflege der Beziehungen zu jüdischen Institutionen in anderen Staaten.

Über uns
Die Gemeinde wurde am 15. Juni 2025 bzw. am 19. Siwan 5785 in die Union progressiver Juden in Deutschland aufgenommen. Die UpJ als eine von größten jüdischen religiösen Organisationen vereint 28 progressiven/liberalen jüdischen Institutionen im deutschen Sprachraum. Die progressive jüdische Weltgemeinschaft ihrerseits vereint in 46 Ländern Gemeinden mit 1,6 Millionen Mitgliedern. Wir stimmen den 35 Grundsätzen des liberalen Judentums zu und vertreten sie, da sie unserem Verständnis von Judentum und Menschenbild entsprechen.
Die Gemeinde ist am 12. Januar 2026 bzw. am 22. Tewet 5786 offiziell der European Jewish Association (EJA) beigetreten. Die EJA vertritt Hunderte von Gemeinden und Tausende von Juden auf dem gesamten Kontinent. Wir glauben, dass in der Gemeinschaft Stärke und Einfluss liegen.
Seit der Generalversammlung vom 13. Oktober 2024 setzt sich der Vorstand wie folgt zusammen:
Vorsitzende:
Pavel Goldvarg
E-Mail: goldvarg[a]ljgo(dot)de
1. stellv. Vorsitzende:
Jekaterina Smolina
E-Mail: smolina[a]ljgo(dot)de
2. stellv. Vorsitzende:
Oleg Grek
E-Mail: grek[a]ljgo(dot)de
Vorstandsmitglieder:
Tetyana Mysochka,
E-Mail: mysochka[a]ljgo(dot)de
Natalya Sprintschan
E-Mail: sprintshan[a]ljgo(dot)de
Presse über uns
Kontakt

E-Mail:
info[a]ljgo(dot)de

Telefon:
+49-172-9736111
Sonntag – Freitag:
9:00-17:00

Anschrifft:
LJGO e.V.
Justus-von-Liebig-Str. 9
26133 Oldenburg

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