Liberales Judentum
Das liberale Judentum, auch progressives Judentum genannt, ist eine wichtige Strömung innerhalb des Judentums. Es legt besonderen Wert auf ethische Prinzipien und versteht Offenbarung als einen fortdauernden Prozess, der auch die menschliche Vernunft einbezieht. Damit unterscheidet es sich von Auffassungen, die sich ausschließlich auf die Offenbarung am Berg Sinai beziehen.

Als moderne Strömung konzentriert sich das liberale Judentum weniger auf rituelle Vorschriften und die persönliche Einhaltung religiöser Gebote, als dies in traditionelleren jüdischen Strömungen üblich ist. Im Mittelpunkt steht die Autonomie des Individuums in Glaubens- und Lebensfragen. Darüber hinaus steht das liberale Judentum gesellschaftlichen Entwicklungen offen gegenüber.
Das liberale Judentum ist eine weit verbreitete Strömung innerhalb des Judentums und bildet eine Alternative zum orthodoxen Judentum. Seine Wurzeln liegen vor allem im Deutschland des 18. und 19. Jahrhunderts und gehen auf die Ideen von Moses Mendelssohn, Israel Jacobson, Leopold Zunz, Abraham Geiger und Zacharias Frankel zurück. Das liberale Judentum verbindet eine tausendjährige Tradition mit der Gegenwart.
